Pro-Prolog

In Fernweh schwelgen konnte ich schon immer gut.

FreeMensWorldKann ich noch immer. Mit Outdoor- und Reisemagazinen, Reiseberichten oder Podcasts, DVDs und TV-Dokumentationen oder einfach mit dem Finger auf der Landkarte. Immer auf den Spuren derjenigen, die das für einen selbst Unmögliche angegangen sind und durchgezogen haben.

Mein Favorit sind dabei schon seit langem die BBC Serien Long Way Round und Long Way Down, in denen Ewan McGregor und Charley Boorman auf Motorrädern einmal in östlicher Richtung den Globus umrunden und in der zweiten Staffel die Strecke von John O’Groats an der Nordspitze Schottlands nach Kapstadt auf ihren Zweirädern hinter sich bringen.
Zu jeder Gelegenheit (meistens zur Ablenkung vom Aufräumen) laufen die beiden Staffeln bei mir über den Bildschirm.

Das Hörbuch zu HaPe Kerkelings Ich bin dann mal weg habe ich förmlich verschlungen und Journeyman von Fabian Sixtus Körner in wenigen Tagen, ach was, das kann man noch in Stunden zählen, durch gehabt.

Kürzlich stand ich wieder in der Buchhandlung meines Vertrauens und hielt Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr von Meike Winnemuth in der Hand, kurz davor, es käuflich zu erwerben. Da fiel mir auf, warum diese Art der Lektüre den gemeinen Leser am Ende zwar unterhalten, den abenteuerlustigen Durchschnittsverbraucher aber mit einem eher unbefriedigten Gefühl zurück lässt.
Alle diese Berichte haben eines gemeinsam: Als „Normalsterblicher“, der einen More-Than-Nine-To-Five-Job, familiäre Verantwortung und nicht gerade im Lotto oder bei ‚Wer wird Millionär‘ gewonnen hat, kommt einem der Gedanke an eine monatelange Auszeit geradezu utopisch vor.

Früher habe ich den Gedankengang an dieser Stelle beendet. Aber ich stellte das Buch zurück ins Regal und dachte mir: Das muss doch auch anders gehen.

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