Prolog

Ich sitze im Büro und versuche, das Prokrasitnationsmonster wenigstens auf Armlänge von mir fern zu halten. Eigentlich soll ich die Mails beantworten und Lösungen für die Probleme finden, die sich während meiner kürzlich stattgefundenen, zweiwöchigen Abwesenheit an meinem Arbeitsplatz angesammelt haben. Aber ich komme nicht so recht wieder hinein in den täglichen Arbeitstrott. In einem schwachen Moment erwischt es mich dann und ich sehe aus dem Fenster.

Regen_FensterEs ist Mitte September 2014 und draußen bahnt sich bereits der Herbst seinen Weg. Die bräunliche Färbung in den Bäumen hat sich schon bedenklich ausgebreitet und ich sehe einen Moment dem Nieselregen zu, der seit dem Morgen einen ungemütlichen Schleier über der Stadt ausbreitet. So muss das Wetter in Schottland sein, denke ich klischeebeladen.
Schon Seit ein paar Tagen schweifen meine Gedanken immer wieder in diese Richtung ab, denn in meinem Kopf hat sich seit dem kürzlich zu Ende gegangenen Urlaub mit der Familie irgendwie eine Idee festgesetzt.

Nein, eigentlich ist es keine fertige Idee. Vielmehr war es erst eine flüchtige Überlegung, dann ein schleichender Gedanke. So einer, der sich fies und hinterrücks an sein Opfer heranpirscht, um es in einem unbedarften Moment anzuspringen. Wenn er, der Gedanke, einen dann ersteinmal hat, dann wird man ihn nur schwer wieder los. Oder gar nicht.
Zu allem Überfluss gibt es dann noch Menschen, die einem nahe stehen und die einem solche Gedanken wenigstens ambitioniert wieder ausreden sollten, es aber nicht tun. Im Gegenteil, sie unterstützen einen am Ende noch. So wie meine Frau.

Initialzündung war wohl ein auf dem Zeltplatz fast beiläufig ausgesprochener Gedanke. Vielleicht ein in mir schlummernder Wunsch, eine unerledigte Sache. Ich weiß gar nicht mehr, wie meine Frau und ich darauf kamen, aber ihr gegenüber war das Schlüsselwort ,das ich verwendete, wohl „verpasst“, als wir uns über Reisen unterhielten. Nicht Reisen allgemein, sondern die Art, bei der man sich noch einen Rucksack schnappen und auf eigene Faust „in die Welt hinaus“ reisen konnte. So, wie Menschen es häufig zwischen zwei Lebensabschnitten tun, wie Abi und Studium/Beruf, Studium und Berufseinstieg und so weiter.
Aus meiner Perspektive, im gesetzten Alter von – zu dem Zeitpunkt – 42, mit Frau, Kind und Job ist das nicht mehr ganz so einfach.

Aber warum eigentlich nicht? Eigentlich braucht man nur zwei Dinge wirklich: Ziele und die Unterstützung seiner Familie. Und seit dem „Mach‘ doch.“ meiner Frau bin ich angefixt.

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