Schuhkauf Und Erste Trainingsrunde

IMG_1833Am Freitag habe ich meinem Equipment den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand hinzugefügt. Die Schuhe.

Wie bei vielen Dingen ist die Auswahl riesig und die Unterschiede so vielfältig, dass man alleine zu dem Thema schon wieder eine Doktorarbeit schreiben könnte. Von Materialien über Einsatzkategorien, Schnürung, Dämpfung, Belüftung bis zur Wiederbesohlbarkeit. An dieser Stelle kann ich nur empfehlen: Support your local store – lasst Euch vor Ort beraten und kauft im Trekkingladen Eures Vertrauens, denn aus meiner Sicht hätte ich mit einer Blindbestellung beim Onlinehändler mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ins Klo gegriffen, was die Auswahl und das Ergebnis angeht.
Bei mir ist es ein HanWag Lederschuh geworden, der rein optisch für mich nicht die erste Wahl gewesen wäre, aufgrund der Passform, verglichen mit den anderen Marken und Modellen, die ich anprobiert habe, für meine Füße aber alternativlos ist. Optik ist eben nicht alles.

Dass der Spaß nicht ganz billig werden würde, war mir von vornherein klar. Dass man aber ausgerechnet an dem Teil der Ausrüstung, das einen über viele Kilometer voranbringen und tragen soll, nicht sparen sollte, kann sich wohl jeder denken. Außerdem investiert man ja quasi in einen Schuh fürs Leben. Bei guter Pflege kann einen so ein Schuh wohl so etwa 15 Jahre begleiten, habe ich mir sagen lassen.

Wie vom Verkäufer im Trekkingladen empfohlen, trage ich die Schuhe abends gleich mal 2 Stunden in der Wohnung und teste. Wenn man von Chucks und Turnschuhen kommt, ist es im ersten Moment, als hätte man Skistiefel an den Füßen. Nach ein wenig Eingewöhnung und mehrmaligem, unterschiedlich festem Schnüren habe ich ein gutes Gefühl, so dass es am Sonntag auf die erste Testtour geht. Dafür habe ich mir meine große Laufstrecke ausgesucht, die etwa 11,5 Kilometer lang ist. Sie bietet den Vorteil, dass sie eher eben ist und es an mehreren Stellen Abkürzungsmöglichkeiten gibt, für den Fall, dass sich unerwartete Ermüdungs- oder Abnutzungserscheinungen an den Füßen zeigen sollten. Sicherheitshalber stecke ich noch ein zweites Paar bequeme Schuhe zur Regenjacke in den Rucksack. Man weiß ja nie.

Dann der Aufbruch. Auf den ersten Metern schnüre ich die Schuhe schon zwei mal neu, das geht ja gut los. Wenn der Kopf damit beschäftigt ist, bei jedem Schritt darauf zu achten, ob und wo es drücken oder zwicken könnte, dann ist das anstrengend. Bis ich etwa 3 Kilometer weit gekommen bin dauert es, dann stellt sich eine gewisse Entspannung ein. Die erste Möglichkeit, die Strecke zu verkürzen, lasse ich dann auch gleich rechts liegen und biege in die große Runde ein.

IMG_1824Etwa zwei Stunden habe ich für die 10km-Runde veranschlagt und anfangs ärgere ich mich, dass ich weder Kopfhörer noch MP3-Player mitgenommen habe, um die Zeit für ein paar Hörbuchkapitel nutzen zu können. Doch je entspannter es sich läuft, desto weniger vermisse ich irgendwelche Ablenkungen. Im Gegenteil. Obwohl ich die Strecke mittlerweile ganz gut kenne, habe ich sie bisher nie so wahrgenommen, wie jetzt. Es ist eben schon estwas anderes, ob man joggend durchs Gelände keucht, oder in gemäßigtem Tempo auch mal den Blick schweifen lassen kann. Und so sehe ich mehrere kleine Eidechsen die, vom Sonnenbad aufgeschreckt, eilig unter die Blätter am Wegrand huschen. In einer übergroßen Pfütze wuseln tausende, schon recht weit entwickelte Kaulquappen herum.

IMG_1829Bei Kilometer zehn bin ich dann endlich überzeugt, die richtigen Schuhe erworben zu haben und beschließe, zu meiner Premiere noch ein winziges Stück auf dem Kinzigtäler Jakobusweg zurückzulegen.
Insgesamt werden es 12 Kilometer, die ich unterwegs bin und dabei die Erkenntnis gewinne, dass mir diese Art der Bewegung fast noch mehr Spaß macht, als das Joggen.

Zusätzlich habe ich für zukünftige Wanderungen gelernt, dass man zum Trinken am besten anhält und dies bewusst tut, wenn die Erfrischung nicht in einem mittleren Erstickungsanfall enden soll.

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